Der Betrieb kauft nichts mehr
Ein Dienstagmorgen 2036: Der Chef eines Zwölf-Mann-Betriebs prüft am Handy die Auslastung seiner drei gemieteten Maschinen und gibt eine davon zurück, weil der Auftrag ausblieb.
Eine Zukunftsfrage. Fünf bis sechzehn synthetische Personas, die einzeln antworten — nicht als Chor. Daraus kontrastierende Zukunftsbilder und eine Roadmap, die vom Ziel rückwärts bis zum nächsten Quartal reicht. Kein Orakel, sondern ein Denkwerkzeug.
Der Unterschied steckt in einem Detail: Die beiden Unsicherheitsachsen, auf denen am Ende alles liegt, werden nicht vorab gesetzt. Sie kommen aus den Antworten.
Status: Die Zukunftsrunde ist gebaut und läuft — wir geben sie schrittweise und begleitet für Beta-Teilnehmende frei, statt sie still auszurollen. Alle Stimmen sind synthetisch.
Sie stellen eine Zukunftsfrage und wählen einen Zeithorizont — fünf, zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre. Fünf bis sechzehn Personas antworten daraufhin einzeln, jede aus ihrer eigenen Biografie heraus: Was sie erwartet, was sie sich wünscht, was sie befürchtet. Dazu ein konkreter Moment ihres Alltags im Zieljahr und eine Möglichkeit, die heute noch absurd klingt.
Erwartet · Wünscht sich · Befürchtet
Aus den Einzelantworten verdichtet die Zukunftsrunde drei bis fünf kontrastierende Zukunftsbilder. Jedes trägt eine erzählte Szene aus dem Zieljahr, die Chancen und die Spannungen, die es aufmacht — und die Namen der Personas, die es tragen. Von dort kommen Sie mit einem Klick zurück zur einzelnen Stimme.
Drei bis fünf Bilder · je mit Trägerschaft
Sie wählen ein oder zwei Bilder aus. Für jedes rechnet die Runde rückwärts: Zielzustand, Hindernisse, Chancen, dann Meilensteine in Zwei-Jahres-Schritten. Am Ende stehen drei bis fünf erste Schritte heute — klein genug für ein Quartal.
Zielzustand → Meilensteine → Erste Schritte heute
In der klassischen Szenarioarbeit setzt eine Analystin die beiden Unsicherheitsachsen vorab fest. Hier ist es umgekehrt: Die Achsen werden aus den Antworten des Panels destilliert. Was das Panel wirklich auseinandertreibt, spannt die Landkarte auf.
Jedes Zukunftsbild bekommt eine Position darauf. Liegen zwei Bilder zu nah beieinander, verwirft ein Prüfschritt sie, bevor Sie sie zu sehen bekommen — sonst hätten Sie vier Karten, die dasselbe sagen.
Illustration · erfundenes Beispiel, keine echte Runde
Ein Dienstagmorgen 2036: Der Chef eines Zwölf-Mann-Betriebs prüft am Handy die Auslastung seiner drei gemieteten Maschinen und gibt eine davon zurück, weil der Auftrag ausblieb.
Ein Dienstagmorgen 2036: Die Tochter hat vor zwei Jahren übernommen, und die erste Investitionsentscheidung fällt zum ersten Mal nicht am Stammtisch, sondern nach einem Angebotsvergleich, den sie selbst aufgesetzt hat.
Im Bericht hängt jedes Zukunftsbild an den Stimmen, die es tragen — von der Karte kommen Sie mit einem Klick zurück zur einzelnen Persona und lesen nach, woraus sich ihre Haltung speist.
Zukunftsforschung hat seit Jahrzehnten Verfahren gegen die naheliegenden Fehler: die Gegenwart fortschreiben, sich auf ein Bild einigen, beim schönen Bild stehenbleiben. Diese Verfahren stecken in der Zukunftsrunde als feste Regeln — hier steht, welche.
Der Dreiklang stammt aus der ethnografischen Zukunftsforschung: Wer nach der Zukunft gefragt wird, antwortet anders, je nachdem ob er sie erwartet, sich wünscht oder befürchtet. Wir fragen alle drei getrennt ab — sonst verschwimmt die Sorge hinter der Erwartung.
Nach: Robert Textor, Ethnographic Futures Research
Jede Persona muss eine Möglichkeit nennen, die heute noch lächerlich klingt. Das ist keine Spielerei, sondern eine Gegenmaßnahme: Modelle wie Menschen schreiben die Gegenwart fort. Ohne den Zwang bleibt jede Runde brav.
Nach: Dator, „Any useful idea about the future should appear ridiculous"
Jedes Zukunftsbild trägt einen Alltagsmoment im Zieljahr — „Ein Dienstagmorgen 2036…", drei bis fünf Sätze. Eine Szene bleibt haften und lässt sich im Workshop bestreiten; eine Aufzählung von Treibern nicht.
Nach: Fergnani 2019, Journal „Foresight" (Emerald)
Statt von heute nach vorn zu extrapolieren, setzt die Runde den Zielzustand und arbeitet sich zurück. Genau deshalb landet sie bei Schritten, die in ein Quartal passen, statt bei einer Wunschliste.
Nach: Robinson 1990 · Quist & Vergragt 2006
Wir überschätzen Technik kurzfristig und unterschätzen sie langfristig. Diese Korrektur steckt als feste Regel in der Ableitung der Meilensteine — nicht in der Intuition der einzelnen Persona.
Nach: Amara, Institute for the Future
Sprachmodelle ziehen zur Mitte. Die Zukunftsrunde ist gegen diese Tendenz gebaut: Ein deterministischer Prüfschritt verwirft Zukunftsbilder, deren Achsen-Signatur einander zu ähnlich ist — bevor Sie sie zu sehen bekommen. Sonst hätten Sie vier Karten, die dasselbe sagen.
Alle genannten Traditionen wurden für menschliche Befragte entwickelt. Ihre Übertragung auf KI-Personas ist eine Adaption, kein validierter Anwendungsfall der zitierten Forschung.
Noch nicht gebaut: Delphi-Verfahren, Futures Wheel, Wind-Tunneling, Three Horizons.
Die Zukunftsrunde nennt keine Wahrscheinlichkeiten und sagt nicht, was eintreten wird. Jede technische Annahme trägt im Bericht die Kennzeichnung „Modellierte Annahme, keine Prognose".
Alle Stimmen sind KI-modellierte Personas. Eine Zukunftsrunde ersetzt keine Expertenbefragung und keine Marktforschung — sie strukturiert das Nachdenken davor.
Die zitierten Traditionen wurden für menschliche Befragte entwickelt und an ihnen angewendet. Ihre Übertragung auf KI-Personas ist eine Adaption, kein validierter Anwendungsfall der zitierten Forschung.
Die Personas werden nicht gealtert und nicht in Zukunftsmenschen verwandelt. Sie bleiben, wer sie sind, und schauen von dort nach vorn.
Für Innovations- und Strategieverantwortliche, für Beratungen, für Teams, die eine Zukunftsfrage durcharbeiten müssen, bevor Budget gebunden wird. Typische Anlässe: ein Markteintritt, über den seit Monaten im Kreis diskutiert wird. Eine Portfolio-Entscheidung, bei der zwei Lager sich gegenseitig blockieren. Eine Regulierung, deren Wirkung erst in Jahren sichtbar wird. Oder schlicht eine Strategieklausur, die nicht wieder beim Bauchgefühl der lautesten Stimme enden soll.
Der Bericht ist als Handout für einen Workshop gebaut: Überblick, Landkarte, Roadmap und Stimmen — vier Reiter, dazu ein PDF-Bericht, den Sie ausdrucken und auf den Tisch legen können. Eine Runde ist wiederholbar: mit einer neuen Frage, einem anderen Panel, einem anderen Horizont.
Warum Zukunftswerkstätten so oft im Innovationstheater enden — und woran sich das strukturell ändern lässt: die Kolumne „Wir hatten das schönste Poster im Haus“ aus der Sicht einer Innovationsmanagerin.
Eine Zukunftsrunde ist ein Modus von Radical Personas für strategische Vorausschau. Sie stellen eine Zukunftsfrage und wählen einen Zeithorizont; ein Panel aus fünf bis sechzehn synthetischen Personas antwortet einzeln, daraus entstehen drei bis fünf kontrastierende Zukunftsbilder, und für die von Ihnen gewählten Bilder rechnet die Runde rückwärts bis zu ersten Schritten für das nächste Quartal. Das Ergebnis ist ein Bericht als Arbeitsgrundlage für Strategie-Workshops.
Nein. Es werden keine Wahrscheinlichkeiten vergeben und keine Aussagen darüber getroffen, was eintreten wird. Jede technische Annahme ist im Bericht als „Modellierte Annahme, keine Prognose" gekennzeichnet. Der Nutzen liegt darin, Annahmen und Spannungen sichtbar zu machen, die ein Strategiegespräch tragen können.
Weil ein einzelner Prompt eine einzelne, geglättete Antwort liefert. Die Zukunftsrunde befragt fünf bis sechzehn ausgearbeitete Personas getrennt voneinander, trennt Erwartung von Wunsch und Befürchtung, erzwingt pro Stimme eine unbequeme Möglichkeit und verwirft Zukunftsbilder, die einander zu ähnlich sind. Der Widerspruch ist das Produkt, nicht der Konsens.
Dann steht das so im Bericht. Einigkeit ist ein Ergebnis und wird nicht künstlich aufgebrochen — aber sie wird auch nicht als Bestätigung ausgegeben. Sie sehen, welche Stimmen sie tragen und an welcher Stelle sie brüchig wird.
Für Innovations- und Strategieverantwortliche in Unternehmen, für Beratungen und für alle, die eine Zukunftsfrage strukturiert durcharbeiten müssen, bevor Budget gebunden wird. Der Bericht ist als Handout für einen Workshop gebaut, nicht als Dashboard.
Über das Kontaktformular. Schreiben Sie uns kurz, welche Zukunftsfrage Sie umtreibt und in welchem Feld Sie arbeiten — wir melden uns und richten den Zugang ein. Wir nehmen die Beta bewusst klein und begleitet auf.
Synthetische Personas bilden Durchschnitts-Perspektiven ab — keine Extremfälle und keine echten Conversion-Daten. Für die finale Validierung führt kein Weg an echten Nutzern vorbei. Sie ergänzen echte Nutzerforschung, ersetzen sie aber nicht.
Schreiben Sie uns, welche Zukunftsfrage Sie umtreibt und in welchem Feld Sie arbeiten. Wir melden uns, richten den Zugang ein und begleiten die erste Runde.
Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden. Sie erfahren im Gespräch, ab wann und in welchem Umfang wir Sie aufnehmen können — vorher entsteht Ihnen keine Verpflichtung.